Löwe im Gras

Trinkgeld auf Reisen in Afrika

Wenn wir uns auf auf eine Reise nach Afrika begeben, ist es nicht nur die Wildnis und eine einzigartige Tierwelt, die uns beeindruckt, sondern oft auch die Menschen, die guten Geister vor und hinter den Kulissen, die dafür sorgen, dass unser Reiseerlebnis unvergesslich wird. In Ländern wie Botswana, Namibia, Simbabwe, Südafrika, Tansania und Uganda wird Trinkgeld zu einem bedeutenden Teil unserer Interaktionen mit wundervollen Menschen.

Trinkgeld zu geben ist nicht nur eine Anerkennung für hervorragenden Service, sondern auch ein Beitrag, der zur Unterstützung des Lebensunterhalts der Mitarbeiter dient.

Unsere persönliche Meinung: Trinkgeld ist Wertschätzung
Trinkgeld sollte nie als Pflicht angesehen werden, sondern vielmehr als Geste der Dankbarkeit und Respekt für einen besonders aufmerksamen, freundlichen oder herausragenden Service der Mitarbeiter. Sie arbeiten oft unter herausfordernden Bedingungen und bieten uns dennoch ein unvergessliches Erlebnis. Nicht selten entsteht dadurch ein positiver Eindruck, der unsere Erinnerung an bestimmte Orte entscheidend prägt. 

Wieviel Trinkgeld genau gibt man? 
Das hängt vom eigenen, persönlichen Empfinden ab. Was für den einen sehr guter Service ist, ist für den anderen mittelmäßig. Gebt also immer Trinkgeld nach Eurem eigenen Bauchgefühl und nicht als lästige Pflicht. Wichtig ist nur: Es sollte im Verhältnis stehen und nicht übertrieben sein. Wir werden oft nach ganz konkreten Beträgen gefragt. Hierzu sei gesagt: Es gibt kein falsch oder richtig. Jeder gibt auch andere Auskünfte zur Höhe der Trinkgelder. Als Reisender muss man ganz individuell für sich und oft auch erst spontan vor Ort entscheiden, ob und wieviel Trinkgeld er geben möchte.

Wir haben unsere eigene Empfehlung für Euch nach Ländern beschrieben - diese sind natürlich unverbindlich. Inzwischen sind auch viele Unterkünfte dazu übergegangen, Ihre eigenen Trinkgeldempfehlungen als Information auf den Zimmern zu hinterlegen.

Botswana
In Botswana ist es üblich, dem gesamten Personal einer Lodge ein Trinkgeld von 10 bis 30 USD pro Person und Tag zu geben. Dieses Geld wird entweder über das Management verteilt oder in eine Trinkgeld-Box eingeworfen. Wenn Ihr während des Aufenthaltes einen Ranger oder Tracker hattet, sind zusätzliche 5 USD pro Person und Tag angemessen. War Euer Guide während des gesamten Aufenthalts konstant, könnt Ihr ihm 8 bis 10 USD pro Person und Tag zukommen lassen. Für privat geführte Reisen empfehlen wir ungefähr 7 bis 10 USD pro Person und Tag für den Guide oder Fahrer.

Namibia
Namibia bietet ähnliche Richtlinien für Privatführungen. Hier solltet Ihr dem Guide 100 bis 200 NAD pro Person und Tag geben. Sollte es einen zusätzlichen Fahrer geben, denkt daran, ihm etwa 50 % des Trinkgeldes des Guides zu geben. Während geführter Pirschfahrten mit anderen Gästen ist ein Trinkgeld von 80 bis 120 NAD für den Guide und 40 bis 80 NAD für den Tracker angemessen. Oft findet man auch Trinkgeldkassen in Lodges und Tented Camps, wo man etwa 100 bis 160 NAD pro Zimmer/Zelt und Tag einwerfen kann, damit das Geld unter allen Mitarbeitenden geteilt wird. In Restaurants ist ein Trinkgeld von 10 - 15% auf die Rechnungssumme üblich. Wenn auf der Rechnung bereits eine **Servicegebühr** aufgeführt ist, braucht man kein Trinkgeld zu geben, da es schon enthalten ist. (Freiwilliges Trinkgeld darüber hinaus geht natürlich auch immer)

Simbabwe
In Simbabwe gelten vergleichbare Regelungen wie in Botswana. Hier werden ebenfalls 10 bis 30 USD pro Person und Tag für s gesamte Personal empfohlen. Möchtetet Ihr Eure Dankbarkeit speziell für Ranger und Tracker ausdrücken, sind 5 USD pro Person und Tag oder 8 bis 10 USD für einen konstanten Guide durchaus gerechtfertigt. Auch hier sind 7 bis 10 USD für privat geführte Reisen ansprechend.

Südafrika
In Südafrika empfiehlt sich ein Trinkgeld von 100 bis 200 RAND pro Person und Tag für einen Guide. Ist ein zusätzlicher Fahrer dabei, denkt an die 50 %-Regel. Während geführter Pirschfahrten ist ein Trinkgeld von 80 bis 120 RAND für den Guide und 40 bis 80 RAND für den Tracker üblich. Wie in anderen Ländern auch, gibt es oft Trinkgeldkassen, wo Sie etwa 100 bis 160 RAND pro Zimmer/Zelt und Tag spenden können. In Restaurants ist ein Trinkgeld von 10 - 15% auf die Rechnungssumme üblich. Wenn auf der Rechnung bereits eine **Servicegebühr** aufgeführt ist, braucht man kein Trinkgeld zu geben, da es schon enthalten ist. (Freiwilliges Trinkgeld darüber hinaus geht natürlich auch immer)

Tansania
In Tansania liegen die Trinkgelder für Safariguides zwischen 15 und 20 USD pro Tag für Paare oder Gruppen. Auch hier gibt es Trinkgeldkassen in den Lodges, wo etwa 8-10 USD pro Zimmer/Zelt und Tag empfohlene Beträge sind. Für Trekkingtouren am Kilimandscharo sind 85+ USD für den Guide, 45+ USD für jeden Träger und 65+ USD für den Koch üblich.

Uganda
Uganda hat vergleichbare Regelungen, wobei Safariguides zwischen 10 und 20 USD pro Tag erhalten können. Für die lokal geführten Trekkings zu Schimpansen und Gorillas sind 5 bis 15 USD pro Tag für die fachkundigen Guides angemessen. Auch hier wird häufig eine Trinkgeldbox verwendet, in die Sie 5-10 USD pro Zimmer/Zelt und Tag werfen können.

Grundsätzlich sehen wir es so: 
Trinkgeld in Afrika ist üblich - aber nicht verpflichtend oder vorgeschrieben. Die Höhe des Trinkgeldes kann je nach dem Niveau der Dienstleistung, die man erhält, unterschiedlich sein: ein hohes Trinkgeld für außergewöhnliche Hilfe oder ein niedriges Trinkgeld für einen mittelmäßigen Service, bei dem erkennbar war, dass einfach nur der Job gemacht wurde.

 

Fotocredit@canva.com