Löwe im Gras

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Botswana und Südafrika Safari

Wenn der Aufenthalt anders verläuft, als man sich das vorgestellt hat... dann nimmt man es am Besten mit Humor!

So auch einer unserer lieben Stammgäste:

Hallo Frau Schumann, Hallo Frau Ohm,

diese Tour hat gezeigt, Sie sind die Reiseprofis und meine Vorschläge nicht so ganz durchdacht. Aber der Reihe nach...

Das von Ihnen vorgeschlagene Mashatu Game Reserve, wo ich drei Nächte im Mashatu Tent Camp und zwei Nächte in der Tulli Safari Lodge verbringen durfte, hat meine Erwartungen übertroffen. Sie werben mit einer unvergleichlichen Landschaft und der großen Chance Afrikas großen Raubtieren – Löwen, Leoparden, Hyänen, Menschen - in Ihrem natürlichen Habitat sehr nahe zu kommen – beide Versprechen wurden in nur drei Tagen mehr als erfüllt – den Rest meiner Zeit dort war ich leider „out of order“.

Neben den ausgezeichneten Guides, dem hervorragenden, immer freundlichen Personal, dem wirklich nichts zu viel war – vielen Dank für die Betreuung während meiner etwas schwierigen Zeit vor Ort – möchte ich insbesondere die außergewöhnlich gute Küche in beiden Destinationen hervorheben – ich habe fast noch nirgendwo so gut gegessen wie dort. 

Nach diesen durchwegs positiven Erlebnissen ging es dann weiter in das von mir ausgesuchte Pafuri Camp im Makuleke Contractual Park angrenzend an die nördliche Grenze des Kruger National Parkes. Ich wollte dieses Camp ja unbedingt besuchen , und hatte Sie gebeten die restliche Reise darum herum zu organisieren. Abgeschiedenheit, wenige Touristen, eine einzigartige Landschaft und ein exzellentes Camp hatte ich mir erhofft und wurde nicht enttäuscht.

Der Haken für mich an der ganzen Sache war aber, daß mir nicht bewußt war, daß es sich beim Pafuri Camp um ein Camp mit einer durchwegs speziellen Klientel handelt – nur enthusiastische Ornithologen, Birder, Vogelgucker oder wie auch sonst man diese Spezies benennen will. Wer bei Ankunft nicht mindestens ein Objektiv der Marke Panzerfaust mit sich herumschleppt und auf die Frage nach dem Uraeginthus angolensis keine Antwort weiß, der steht – sagen wir es nett – etwas im sozialen Abseits. Die Game, oder besser Birds Drives gestalteten sich dann so.

Der Guide – hervorragend geschult für die Vogelbeobachtung und kann mindestens 143 Vogellaute nachpfeifen – hört ein Gezwitscher, stoppt das Fahrzeug, weißt die Insassen, von denen vier von fünf ihre Bazooka mit sich führen, auf einen ca. 80 Meter entfernt stehenden Baobab hin, hinter dem links davon in ca. weiteren 150 Metern ein mittelgroße Anabaum steht,  auf dessen vierten Ast von oben auf der rechten Seite ein – kein erfundener Name – Schnurrbärtchen (Scaly-feathered Weaver, Sporopipes squamifrons) sitzt, ein Vogel, der die Fingerfood-Kebabgröße deutlich unterschreitet. Während ich noch verzweifelt den passenden Baum suche, klicken rund um mich schon die Kameras und weiter geht’s zum nächsten Baum.

Ich dachte auch, daß Game Drives wenigstens an manchen Tagen direkt im Kruger Park durchgeführt würden – falsch gedacht, da die Fahrzeuge des Camps, in ihrer normalen Konfiguration, nicht im Park zugelassen sind. Im Nationalpark müssen die Safarifahrzeuge eine Windschutzscheibe haben und an den Seiten mit sogenannten Flaps ausgestattet sein, beides in der Konzession nicht notwendig.

Auf diese Verhältnisse hätte ich durch eine bessere Recherche meinerseits im Vorfeld vorbereitet sein können. Worauf mich allerdings keine noch so gute Recherche hätte vorbereiten können, ist die Art und Weise wie Einzelreisende dort anscheinend gesehen werden. Am augenfälligsten ist die Sitzordnung bei den Mahlzeiten. Schon beim Betreten des Speiseraumes sticht das ins Auge. Während „normale“ Reisende an stabilen quadratischen Tischen plaziert werden, stehen für Einzelreisende kleine runde wackelige Beistelltische bereit mit dem Stuhl so platziert, daß man währende der Mahlzeit an die Wand starrt – ich kam mir nach fast 60 Jahren wieder wie beim „In der Ecke stehen“ in der Grundschule vor.

Um nicht falsch verstanden zu werden dies gilt nicht für die Behandlung durch die Angestellten, die wirklich jeden gleich freundlich und kompetent behandeln. Aber das ganze Camp ist für mich unpersönlich. Was in fast jedem Camp, jeder Lodge, die ich bisher besuchen durfte normal ist, findet hier einfach nicht statt. Keine Gespräche bei den Mahlzeiten, kein Sitzen an der Feuerstelle oder an der Bar – keine Interaktion mit anderen Gästen. Schade!!! 

Ich freue mich jetzt auf meine nächste Tour im März.

Viele Grüße

S.K.